{"id":4302,"date":"2019-03-20T14:10:56","date_gmt":"2019-03-20T21:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/alteritas.net\/GXL\/?page_id=4302"},"modified":"2019-03-20T14:10:56","modified_gmt":"2019-03-20T21:10:56","slug":"die-demenz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alteritas.net\/GXL\/?page_id=4302","title":{"rendered":"Die Demenz"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Gew\u00f6hnlich mutma\u00dft man, dass der Verlust des kurzfristigen episodischen oder autobiographischen Ged\u00e4chtnisses, der das Greisenalter begleitet, Symptom einer allm\u00e4hlichen, durchg\u00e4ngigen St\u00f6rung des Gehirns sei. Wie \u00fcberall in dem \u00e4lterwerdenden, zunehmend schwerg\u00e4ngigen Leib, verlieren die Synapsen ihre Anpassungsf\u00e4higkeit. Notwendige N\u00e4hrstoffe erreichen die Neuronen nicht, die demzufolge nicht mehr die \u00dcbertragung der erforderlichen Botschaften gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Die synaptische Effizienz neuronaler Netze nimmt ab. Die Episoden, Ereignisse und Tatsachen aus unserem eigenen Leben werden nicht wie bisher in Form von Ged\u00e4chtnisspuren in den Verbindungen der Nervenzellen niedergelegt. So speichert der Einzelne wohl, sobald er in die K\u00fcche eintritt, nur mit Schwierigkeiten ab, wohin er gehen wollte, wie auch warum er diesen Schritt unternahm. Der Name, der mit einem gegebenen Gesicht verbunden werden soll, verfl\u00fcchtigt sich. Das Weiter in einem Und-So-Weiter f\u00fchrt nirgendwohin. Fest bleiben nur die ausgetretenen Pfade, die in eine immer und ewig abgelegene Vergangenheit leiten, Arten von\u00a0<i>viae romanae,<\/i>\u00a0auf denen wir nachtr\u00e4glich Landstra\u00dfen errichten lassen \u2013 denn wir kennen diese Wege. Aber dieses vorhergehende Bauwerk basiert, trotz seiner elektrochemischen Verbr\u00e4mung, auf einer unausgesprochenen metaphorischen Begr\u00fcndung, deren Subtext offensichtlich organisch ist, abgebildet nach einem Lebenszyklus, welcher der Sprache der Blumen entliehen worden ist. Logisch genug. In der Tat ist der Mensch ein lebendiges, der Zeitlichkeit unterworfenes Gesch\u00f6pf, das in einem Moment geboren ist und sodann eine gewisse Zeitlang lebt und erlebt. Wenn kein Ungl\u00fcck geschieht, stirbt er langsam, da seine Lebenskraft schrittweise abgeschliffen wird, sobald er zu reif geworden ist. Es soll nat\u00fcrlich nach diesem Muster ein H\u00f6hepunkt entstehen, bei dem alle Umst\u00e4nde optimal funktionieren. Vor diesem idealisierten Moment ist das System nicht v\u00f6llig entwickelt. Danach ist es gest\u00f6rt und im Zerfall begriffen. Wie w\u00e4re es jedoch, wenn wir annehmen w\u00fcrden, dass dieser H\u00f6hepunkt nur ein imagin\u00e4res Produkt unserer Denkmuster ist? Warum hat die Natur so einen Zustand erzeugt, in dem man die t\u00e4gliche Lebenswirklichkeit nicht wahrnehmen kann, Belanglosigkeitsschw\u00e4rme aber, die man vor langer Zeit durchlebt hat, fast m\u00fchelos zur\u00fcckzurufen imstande ist? K\u00f6nnten wir da nicht eine unerwartete Z\u00e4rtlichkeit seitens des Universums f\u00fcr den Menschen erwarten, derart, da\u00df, statt der Wirklichkeit unseres bevorstehenden Todes, unser Bewusstsein sich auf die Zeit richtet, in welcher wir h\u00f6chst lebendig waren? Ist es au\u00dferdem nicht der Fall, dass dieser neuropsychologische Apparat hilft, uns von dem Leben, das wir naturgem\u00e4\u00df schnell hinter uns lassen werden, loszul\u00f6sen?<\/span><\/p>\n<div class=\"likebtn_container\" style=\"\"><!-- LikeBtn.com BEGIN --><span class=\"likebtn-wrapper\"  data-identifier=\"page_4302\"  data-site_id=\"56b78e2ba4c688a2131dca0b\"  data-style=\"\"  data-unlike_allowed=\"\"  data-show_copyright=\"\"  data-item_url=\"https:\/\/alteritas.net\/GXL\/?page_id=4302\"  data-item_title=\"Die Demenz\"  data-item_date=\"2019-03-20T14:10:56-07:00\"  data-engine=\"WordPress\"  data-plugin_v=\"2.6.59\"  data-prx=\"https:\/\/alteritas.net\/GXL\/wp-admin\/admin-ajax.php?action=likebtn_prx\"  data-event_handler=\"likebtn_eh\" ><\/span><!-- LikeBtn.com END --><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gew\u00f6hnlich mutma\u00dft man, dass der Verlust des kurzfristigen episodischen oder autobiographischen Ged\u00e4chtnisses, der das Greisenalter begleitet, Symptom einer allm\u00e4hlichen, durchg\u00e4ngigen St\u00f6rung des Gehirns sei. 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